AMD-Implantat: Nachfüllbares Depot statt Dauer-Spritzen
Roche hat mit Contivue ein nachfüllbares Augenimplantat entwickelt, das hochkonzentriertes Ranibizumab kontinuierlich abgibt und so die Zahl der Injektionen bei feuchter AMD deutlich senkt. Die EMA-Entscheidung für die EU wird Anfang des dritten Quartals 2026 erwartet. In den USA ist das System bereits zugelassen.
Funktionsweise des Implantats
Der Pharmakonzern Roche hat mit Contivue ein nachfüllbares Augenimplantat entwickelt, das hochkonzentriertes Ranibizumab enthält und den Wirkstoff kontinuierlich abgibt. Das Implantat wird in einem einzigen chirurgischen Eingriff eingesetzt. Anschließend ermöglicht es eine kontinuierliche Wirkstofffreisetzung über mehrere Monate, sodass weniger Injektionen in den Glaskörper notwendig sind.
Klinische Datenlage
Die über fünf Jahre laufende Archway-Portal-Studie zeigte eine vergleichbare Sehstabilität zwischen Patientinnen und Patienten, die von Beginn an mit dem Implantat behandelt wurden, und solchen, die nach zwei Jahren monatlicher Injektionen wechselten. Über zwei Jahre benötigten Patientinnen und Patienten mit Implantat etwa vier Nachfüllungen, während im Standard-Injektionsarm im Durchschnitt 23 Injektionen erforderlich waren. Rund 95 Prozent der mit dem Implantat behandelten Personen benötigten keine zusätzlichen Injektionen.
Zulassungsstand
Der Antrag bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zur Behandlung der neovaskulären altersbedingten Makuladegeneration (nAMD) wurde eingereicht. Eine Entscheidung wird Anfang des dritten Quartals 2026 erwartet. In den USA ist das Produkt bereits zugelassen, seit 2021 für die nAMD und seit 2025 für das diabetische Makulaödem.
Klinische Einordnung
Durch die deutliche Reduktion der notwendigen Injektionen könnte das nachfüllbare Depot die Therapietreue verbessern und die Belastung für Betroffene verringern, ohne die Sehstabilität gegenüber der klassischen Injektionsbehandlung einzuschränken.