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ESCRS 2026 in London: Handheld-Femtosekundenlaser, LIRIC-Technologie und KI-Robotik im Fokus der Kataraktchirurgie
Der Europäische Kongress für Katarakt- und Refraktivchirurgie 2026 in London rückt drei Technologiefelder in den Mittelpunkt: portable Femtosekundenlasersysteme, die LIRIC-Methode zur linsenlosen Sehkorrektur sowie KI-gestützte Robotikassistenz im OP. Für Kataraktchirurginnen und Kataraktchirurgen bietet das Programm eine dichte Folge von Hands-on-Kursen, Symposien und Live-Surgery-Sessions. Der Artikel gibt einen Überblick über die thematischen Schwerpunkte und deren klinische Relevanz.

ESCRS 2026: London als Bühne für die nächste Generation der Kataraktchirurgie
Die European Society of Cataract and Refractive Surgeons (ESCRS) zieht 2026 in die britische Hauptstadt. London ist nicht nur geografisch ein europäischer Knotenpunkt, sondern auch wissenschaftlich ein Ort mit langer ophthalmologischer Tradition. Erwartet werden mehrere Tausend Teilnehmende aus aller Welt, darunter zahlreiche Fachärztinnen und Fachärzte aus dem deutschsprachigen Raum.
Drei Themenblöcke prägen das wissenschaftliche Programm in besonderer Weise und spiegeln gleichzeitig die Richtung wider, in die sich das Fach in den kommenden Jahren bewegen dürfte.
Handheld-Femtosekundenlaser: Mobilität trifft Präzision
Femtosekundenlaser gelten seit Jahren als Goldstandard für präzise Kapsulotomien und korneale Schnittführung. Die bisher üblichen Tischgeräte sind jedoch kostspielig, raumgreifend und logistisch anspruchsvoll. Kompakte, handgeführte Femtosekundenlasersysteme versprechen hier einen Paradigmenwechsel. Auf der ESCRS 2026 werden erste klinische Daten zu Prototypen und frühen Marktzulassungen erwartet, die eine standardisierte Femtolaser-assistierte Kataraktchirurgie auch in Eingriffszentren mit begrenzter Infrastruktur ermöglichen könnten.
Diskutiert werden unter anderem Fragen zur Energiedosierung, zur Schnittgeometrie bei asphärischen Inzisionen sowie zur Lernkurve im Vergleich zu stationären Systemen. Hands-on-Workshops sollen Teilnehmenden die Möglichkeit geben, erste praktische Erfahrungen unter Supervision zu sammeln.
LIRIC-Technologie: Refraktive Korrektion ohne Linsenaustausch
Lens Index Refractive Index Change, kurz LIRIC, ist ein nichtinvasives Verfahren, bei dem fokussierte Femtosekunden-Laserpulse direkt die Brechkraft der natürlichen Linse oder einer bereits implantierten Intraokularlinse verändern, ohne Gewebe zu entfernen. Die Technologie eröffnet neue Wege in der Behandlung von Presbyopie und postoperativen Refraktionsfehlern nach Kataraktoperation.
Auf dem Kongress werden sowohl tierexperimentelle Daten als auch erste klinische Ergebnisse aus Phase-I- und Phase-II-Studien vorgestellt. Besonderes Interesse gilt der Frage, inwieweit LIRIC in Kombination mit modernen Multifokalen oder EDOF-Linsen eine individuell anpassbare Nachkorrektur ermöglicht und damit die Rate an Laser-Nachbehandlungen nach Kataraktoperation senken könnte.
KI-Robotik im OP: Assistenz, Dokumentation und Präzision
Künstliche Intelligenz hält auf mehreren Ebenen Einzug in den Kataraktoperationssaal. Robotikassistierte Systeme übernehmen zunehmend repetitive oder kraftkritische Schritte wie die Capsulorhexis oder die Linsenpositionierung. Parallel dazu analysieren KI-Algorithmen intraoperative Video- und Sensordaten in Echtzeit, geben Feedback zur Operationsqualität und dokumentieren den Eingriff automatisiert.
Spezialsymposien auf der ESCRS 2026 widmen sich sowohl den technischen Grundlagen dieser Systeme als auch ethischen und haftungsrechtlichen Fragen. Diskutiert wird, welche Entscheidungen weiterhin ausschließlich der Chirurgin oder dem Chirurgen vorbehalten bleiben müssen und wie Trainingsdaten für KI-Modelle in der Ophthalmochirurgie valide erhoben und reguliert werden sollten.
Praxisrelevanz für den deutschsprachigen Raum
Für Augenärztinnen und Augenärzte in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind alle drei Themenfelder von unmittelbarer Bedeutung. Fragen der Zulassung durch die EMA, der Erstattungsfähigkeit im GKV-System sowie der Integration in bestehende OP-Konzepte werden voraussichtlich in eigenen Sitzungen mit europäischen Regulierungsexpertinnen und Regulierungsexperten erörtert.
Der ESCRS-Kongress 2026 verspricht damit nicht nur wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn, sondern auch konkrete Orientierung für die Investitions- und Weiterbildungsplanung in ophthalmologischen Praxen und Kliniken.
Sources
- ESCRS (European Society of Cataract and Refractive Surgeons): offizielle Kongressprogramme und Abstracts
- DOG (Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft): Stellungnahmen und Leitlinien zur Kataraktchirurgie
- Deutsches Ärzteblatt: Berichte zu refraktiven und kataraktchirurgischen Innovationen
- BVA (Berufsverband der Augenärzte Deutschlands): Fachinformationen zu operativen Verfahren und Erstattungsfragen
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