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EURETINA 2026 in Wien: Wenn Technologie die Netzhautchirurgie neu definiert

Editorial4 min read

Der EURETINA-Kongress 2026 in Wien rückt drei wegweisende Technologiefelder in den Mittelpunkt: intraoperatives OCT, robotergestützte Netzhautchirurgie und KI-gestützte Bildgebung. Für Netzhautspezialisten bietet die Tagung eine einmalige Gelegenheit, aktuelle Evidenz, klinische Erfahrungsberichte und technologische Innovationen gebündelt zu erleben. Der folgende Überblick fasst die zentralen Themenschwerpunkte zusammen und ordnet sie in den klinischen Alltag ein.

EURETINA 2026 in Wien: Wenn Technologie die Netzhautchirurgie neu definiert

Wien als Schauplatz der Netzhautmedizin

Die EURETINA, die European Society of Retina Specialists, zählt zu den bedeutendsten Fachgesellschaften im Bereich der Netzheilkunde. Ihr jährlicher Kongress gilt als wichtigstes europäisches Forum für Retinologinnen und Retinologen. Wien, als Gastgeberstadt 2026, setzt dabei nicht nur geografisch einen Akzent. Die österreichische Hauptstadt verfügt über eine traditionsreiche ophthalmologische Geschichte und bietet mit ihrer modernen Kongressinfrastruktur ideale Bedingungen für eine international besetzte Fachveranstaltung dieser Größenordnung.

Drei Technologiefelder dominieren das wissenschaftliche Programm und spiegeln wider, wohin sich die operative und diagnostische Retinologie in den kommenden Jahren bewegen wird.

Intraoperatives OCT: Sehen, was bisher verborgen blieb

Das intraoperative OCT hat sich in führenden Zentren bereits als wertvolles Werkzeug etabliert, ist aber noch längst nicht flächendeckend im Einsatz. Während des Eingriffs erlaubt es dem Operateur, Gewebeschichten in Echtzeit zu beurteilen, was besonders bei der Membranpeeling-Chirurgie, bei Makulaforamina und bei komplexen Glaskörperoperationen relevant ist. Der Kongress widmet diesem Thema mehrere Sitzungen, in denen sowohl technische Weiterentwicklungen als auch klinische Outcome-Daten diskutiert werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie intraoperatives OCT die chirurgische Entscheidungsfindung konkret verbessert und welche Lernkurve Chirurginnen und Chirurgen dabei bewältigen müssen.

Robotergestützte Netzhautchirurgie: Präzision jenseits menschlicher Grenzen

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf robotergestützten Operationssystemen. Die menschliche Hand stößt bei Eingriffen an der Netzhaut an physiologische Grenzen, insbesondere bei der Anforderung, Instrumente mit minimalem Tremor über lange Zeiträume stabil zu halten. Robotische Assistenzsysteme versprechen hier einen Quantensprung in der Präzision. Verschiedene Plattformen befinden sich international in unterschiedlichen Entwicklungs- und Zulassungsstadien. In Wien werden klinische Ergebnisse aus Pilotzentren vorgestellt, und Expertinnen sowie Experten diskutieren, welche regulatorischen und wirtschaftlichen Hürden eine breitere Implementierung noch bremsen. Für niedergelassene Retinologen und Klinikchirurgen ist dieser Austausch besonders relevant, um rechtzeitig Investitions- und Weiterbildungsentscheidungen abwägen zu können.

KI-gestützte Bildgebung: Vom Screening bis zur Therapiesteuerung

Künstliche Intelligenz in der Augenheilkunde ist kein Zukunftsthema mehr, sondern längst klinische Realität in Teilbereichen. Auf dem EURETINA-Kongress 2026 steht insbesondere die Weiterentwicklung KI-basierter Analysetools für OCT- und Fundusaufnahmen im Fokus. Algorithmen, die Flüssigkeitsareale quantifizieren, Drusen klassifizieren oder den Behandlungsbedarf bei neovaskulärer altersabhängiger Makuladegeneration vorhersagen, sind mittlerweile in kontrollierten Studien evaluiert und teilweise in erste Versorgungspfade integriert. Diskutiert wird auch, wie KI-Tools in die elektronische Patientenakte eingebettet werden können und welche haftungsrechtlichen Fragen dabei zu klären sind.

Praktischer Mehrwert für den Kongressbesuch

Neben den wissenschaftlichen Hauptsitzungen bieten Wet-Lab-Workshops und Industrieausstellungen die Möglichkeit, Systeme direkt zu testen. Gerade für Assistenzärztinnen und Assistenzärzte in der Weiterbildung sowie für Fachärzte, die ihre chirurgischen Techniken erweitern möchten, lohnt sich eine frühzeitige Anmeldung zu den limitierten Trainingsformaten. Der Kongress ist zudem eine ideale Plattform für die Anbahnung von Forschungskooperationen und den kollegialen Austausch über nationale Grenzen hinweg.

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